Mr. Interior

Ich kann euch sagen, das waren bewegende Tage in den letzten zwei Wochen! Die übliche Anspannung vor so einem großen Rennen, dann die vorhergesagten Temperaturen (33° bis 35°) für den Wettkampftag, das ausgesprochene Neoprenverbot bei der Wettkampfbesprechung (das erste mal bei einem Ironman Austria) - da galt es einen kühlen Kopf zu bewahren und die Erwartungen etwas herunterzuschrauben. Dann war es endlich soweit. Die Stimmung vor dem Start war wie immer sensationell! Gänsehaut am ganzen Körper und mit dem Startschuss ab in den Wörthersee! Das Schwimmen verlief relativ ruhig. Ich hatte genügend Platz und fühlte mich sehr wohl. Bis auf den Lendkanal, der wollte nicht enden. Der erste Wechsel hat super funktioniert.

 

Die ersten 30 km am Rad waren sehr mühsam. Nachdem ich endlich den Rhythmus gefunden hatte und mit Abstand zu meinem Vordermann Richtung Ledenitzen fuhr, fasste ich ohne Verwarnung gleich die schwarze Karte aus - 6 min Zeitstrafe. Das war schon ein bisschen kleinlich, aber was soll´s - das gehört halt auch zum Triathlon. Meine erste Zeitstrafe überhaupt! Mein Gefühlsleben war danach nicht mehr so ganz im Lot, doch nachdem ich die Penaltybox hinter mich gebracht hatte, war mein Blick schon wieder nach vorne gerichtet. Die restliche Zeit am Rad war dann wirklich in Ordnung. Ich konnte mich immer wieder gut abkühlen und freute mich schon auf meine stärkste Disziplin. Also runter vom Rad und rein in die Wechselzone!

 

Und schon war´s passiert - brennende Fußballen. Durch die hohen Temperaturen war der Asphalt sehr aufgeheizt und es waren keine Teppiche ausgelegt. Das war mental dann schon sehr schwierig für mich. Meine Füsse brannten wie Feuer und es war extrem heiss. Der Gedanke, einfach stehen zu bleiben wurde immer stärker. Doch Dank der hervorragenden Betreuung, der unzähligen Anfeuerungsrufe und einer Menge Cola ging es dann doch immer weiter - einfach nur weiterlaufen...

Auf den letzten beiden Kilometern kamen sie wieder, diese unbeschreiblichen Glücksgefühle und alles was davor gewesen ist, war vergessen. Diese kurzen Momente sind einfach nur pures Glück!

 

Zu meiner Überraschung war meine Finisherzeit doch deutlich niedriger als ich während des Rennens gedacht hatte. Am Tag darauf war dann  Feiern mit meinen Teamkollegen angesagt. Bei der Hawaiislot-Vergabe kam es überraschenderweise noch einmal zu einem Nervenkitzel. Plötzlich fiel mein Name und ich konnte mein Glück kaum fassen: Startberechtigung für die Ironman Weltmeisterschaft 2012 auf Hawaii !!!!!!!!

 

Ich möchte mich bei allen, die mich in den letzten beiden Jahren unterstützt und mir immer wieder weitergeholfen haben, herzlich bedanken. Vor allem bei meiner lieben Frau, meinem Trainer Rene und dem gesamten Team Rene Vallant!

 

Markus




Veröffentlicht am:
21:29:42 10.07.2012 von Rene Vallant

Letzte Aktualisierung
21:29:42 10.07.2012